SINN

Haftung

Sinnhaftigkeit

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt sich in zweierlei Richtungen. Für Organisationen und Unternehmen in der Sozialwirtschaft ist die Wertebilanz anders anzuwenden als bei gewerblichen Unternehmen. Der Anreiz, eine Wertebilanz durchzuführen, ist daher unterschiedlich, wie auch deren Nutzen.

Die bisher allenfalls in Reporting Systemen wie zum Beispiel Corporate Social Responsibility, Sustainability Reporting und Integrated Reporting als Anhang beigefügten Reports werden in der Bilanz nicht richtig abgebildet. Damit werden sie nicht mit realen Buchungen erfasst.

Ebenfalls grundlegend ist der Ansatz, möglichst viele Aspekte der unternehmerischen Handlungen zu erfassen. Somit die Wertentwicklungen zu identifizieren und in die Prozesse der Buchhaltung und Bilanzierung aufzunehmen. Die Bilanz erfasst so viel mehr als zuvor von der Wirklichkeit des Unternehmens. Und damit seiner Wirkungen, die Wirklichkeit verstehend als Summe aller Wirkungen. Bewusstsein zahlt sich aus.

Gewerbliche Unternehmen

Einem Unternehmen stellt sich eher die Frage nach dem konkreten wirtschaftlichen und finanziellen Nutzen einer Wirkungsbilanz. Wir sind der Überzeugung, dass die Wertebilanzierung und die Wirkungsbuchhaltung auch Aufwand bedeuten. Dieser lohnt sich aber und zahlt sich aus.

Der zielführende Gedanke ist, real wertschöpfende Prozesse in einer Wertebilanz zu dokumentieren. Nicht wegsehen, hinschauen, beobachten, analysieren und zur Klarheit führen. Wir sehen darin eine Art Entdeckungsreise zum Genius des Unternehmens. Sinnstiftend für Unternehmer – Klarheit und Effizienz. Mitarbeiter – Transparenz und Verbundenheit. Lieferanten – Bindung und Qualität und Kunden – Nutzen und Wertschätzung.

Prozesse, die Wirkung erzeugen, werden Dank der Wertebilanz in EINEM System erfasst und nicht in vielzähligen und damit wirkungslos. Dieses neue Bilanzsystem liefert Erkenntnisse, ob Arbeit und Prozesse im Unternehmen erfolgswirksam verlaufen oder eben nicht.

Neben dem Nutzen stellt sich die Frage nach dem Erfolg. Nämlich den wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen des ganzen Unterfangens. Natürlich erstellen Unternehmen Business-Pläne und Budgetierungen für das nächste Geschäftsjahr oder einen neuen Geschäftszweig. Diese Planungsinstrumente werden in die Wirkungsbuchhaltung integriert. Aber der Unterschied ist, dass diese Business-Prozesse tatsächlich mit Buchungen hinterlegt werden. Und  somit sich auch in der Bilanz widerspiegeln. Ebenso werden eben die bisher nicht erfassten wertbildenden Faktoren und Indikatoren „wertgeschätzt“ und wirkungsverbucht. Wertschätzung erhält neben dem Seelischen eine weitere Bedeutung im Rahmen der Buchhaltung. Die Wertebilanz nimmt die projizierte Zukunft in die Buchhaltung auf. Und so erschafft sie die Möglichkeit einer damit verbundenen Wirkungskontrolle. Dies setzt eine à jour-Buchhaltung voraus.

Zielwerte festlegen – Wirkungsbuchung – Wertentstehung verfolgen, Wirkungsverbuchung – Wertebilanz erstellen.

Beispielhafte Wirkungsbereiche:

  • Ideen, Qualität und Innovation (Human Capital)
  • Soziales – Arbeit und Einkommen, Struktur und Organisation (Social Capital)
  • Umwelt- und Ökologie im Sinne einer nachhaltigen Umsetzung (Ressource Capital)

Gehen wir zunächst zwei Feldern nach, die maßgebliche Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens haben können.

Die soziale Frage von Arbeit und Einkommen

Hier bewegen wir uns im Mark einer modernen Unternehmung. Eine wirtschaftliche Grundsicherung der Mitarbeiter sollte klar sein. Inwieweit der betriebliche Erfolg eines Unternehmens auch bei den Mitarbeitern landet, ist in den allermeisten Unternehmen sehr unterschiedlich oder gar nicht geregelt. Zumeist werden Gewinne dem Shareholder oder den Unternehmenseignern zugesprochen oder dem Unternehmen ins Eigenkapital gebucht. Dieser Praxis liegt ein kapitales Missverständnis zu Grunde. Arbeit als bezahlbar anzusehen und damit zur Ware zu erklären, ist falsch.

Einem Unternehmen kann es gelingen, diese Trennung zwischen Arbeit und Einkommen zu verstehen und in sozialen neuen Lösungen zu gestalten. Dies wird sich wertebildend im Unternehmenserfolg und auch in Euro auswirken. Motivierte Mitarbeiter, welche den Sinn ihrer Arbeit verstehen, handeln anders im betrieblichen Kontext. Dies könnte bedeuten, dass die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden, sofern dies erfolgreich ist. Nicht nur die Begeisterung für die Arbeit, sondern auch die Kreativität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/Teams wird um ein Vielfaches gesteigert. (Beispiel: Einführung und Konzeption des Interregio der deutschen Bahn, K.-D. Bodack: InterRegio – Die abenteuerliche Geschichte eines beliebten Zugsystems, 2005)

Ein zweites Beispiel finden wir bei der SAP AG im Bereich Sustainability. Die SAP hatte 2013 hierfür eine eigene workforce gegründet. Diese sollte nicht nur untersuchen, in welchen Bereichen nachhaltiges Wirtschaften in Bezug auf Ökologie und Umwelt sinnvoll ist, sondern auch was sich rentiert.

Interessanterweise konnten im Bereich Energiemanagement, IT-Management und Flottenmanagement schon in den ersten beiden Jahren zweistellige Millionenbeträge weltweit eingespart werden. https://www.sap.com/docs/download/investors/2017/sap-2017-integrated-report.pdf.

Hier eine Vorreiterrolle spielen zu können und damit den Mitarbeitern, Kunden und der Gesellschaft zu zeigen, dass man ein transparentes, soziales und ökologisch arbeitendes Unternehmen ist, sehen wir als einen großen ideellen wie auch wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen.

 

Sozialwirtschaftliche Unternehmen

Ein sozialwirtschaftliches Unternehmen stellt keine oder nur wenige Produkte her. Leistungen für und am Menschen stehen im Vordergrund. Die Ausgabenseite lässt in der Regel wenig Gestaltungsspielräume für Einsparpotentiale. Das liegt daran, dass die Hauptausgaben zum größten Teil aus Gehältern bestehen. Die Sachausgaben machen in der Regel weniger als ein Viertel der Gesamtausgaben aus.

Beispielhafte Wirkungsbereiche:

  • Mitarbeiter-Fürsorge, Qualität und Selbstverwaltung
  • Sozialgestaltung, Strukturen und Organisation
  • Wirtschaftlichkeit und Steigerung der Einnahmen/Spenden

Viele wertschöpfende Prozesse in sozialen Unternehmen werden mit den gängigen Instrumenten nicht erfasst. Obschon dies Leistungen sind, die die wirtschaftliche Lage einer Organisation stark beeinflussen. Dazu gehören auch ehrenamtliche Tätigkeiten, Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, Engagement für Einsparungen im Energiebereich oder umweltschonende Maßnahmen. Wie gehen wir mit Fragen zur sozialen Gestaltung unserer wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse um? In den allermeisten gemeinnützigen Vereinen regiert der finanzielle Mangel. Das spiegelt sich auch darin wider, dass die Vergütung der Mitarbeiterleistungen niedriger ausfallen. (im Vergleich zu denen in der gewerblichen Wirtschaft) Auch in Bezug auf die soziale Frage und der Trennung von Arbeit und Einkommen sehen wir auch hier einen großen Nutzen für soziale Unternehmen. Eine Diagnose mittels unserer Analysewerkzeuge fördert schnell zu Tage, wo Handlungsbedarf oder Handlungsnotwendigkeiten bestehen. Die Indikatoren und Kategorien zur Vermessung werden hier zur Anwendung kommen. Nun können diese für die Wirkungsbuchhaltung und Wertebilanz eine Grundlage bilden.

Bei sozialen wirtschaftlichen Einrichtungen entsteht Nutzen. Dies vor allem durch Erhöhung der Qualität der geleisteten Arbeit. Dies kann gemessen werden durch eine erweiterte Bilanzierung zur Wertebilanz mittels der Wirkungsverbuchung.

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In unregelmäßigen Abständen erscheinen Blog Beiträge zum Entwicklungsstand der Wertebilanz.
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